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1000 Zeilen für Dich. Meine Persönlichkeit - Wer hätte das geglaubt?




Verlässliche Gedanken immer zur Stelle, auch heute.

 

Auf ein «Ich kann nicht mehr» reagieren sie frech mit «Kommt gar nicht in Frage» und Strategien zur Bewältigung des Formtiefs. Sie halten nichts von Opferrolle und Resignation. Das schlechte Gewissen macht meistens den Anfang.

·      «Sei froh, dass du gesund bist»

·      «anderen geht’s richtig schlecht»

·      «du hast……….» 

 

STOP! Es gesellen sich weitere Störenfriede wie positives Denken und Glaubenssätze zum Anti-Jammern-Team. Keine Chance für Selbstmitleid, ich befinde mich inmitten von Stressmusterauflösern, Angst- und Unruhebewältigern und Seelenheilern. Liebe, Licht und Mantras und die liebevolle Beziehung zu mir selbst - das hat noch nie wie «Lehrbuch» funktioniert.

 

Hat das mit meiner Persönlichkeit zu tun? 

Ich leide wohl unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung - das hat mir Google gerade mitgeteilt. Als Jugendliche habe ich hin und wieder soziale Normen missachtet. Meine eigenen Ziele definierten sich aber nicht in Missachtung der Gesetze, sondern eher in mehr Anerkennung.

 

Ja.

Risikobereitschaft war hoch

aber Gewalt und Aggression? Nein

 

 Google kennt mich nicht.

«Du musst Dich mit Deiner Persönlichkeit auseinandersetzen», steht in fetten Worten auf weissem Untergrund. Meine Persönlichkeit muss sich heute vor mir verantworten. Sie hat sich 1000-Mal verändert und sich zusammen mit all den kontroversen Gefühlen in mir an die jeweilige Lebenssituation angepasst. Meine Persönlichkeit hat Spielchen gespielt, die eigenen Bedürfnisse entmündigt, Wünsche kleinlaut gemacht.

 

Ich konnte über Nacht meinen Charakter verändern und mich neuen Erwartungen der Umgebung anpassen. Persönlichkeitsstörung? Ich würde es nicht so nennen. Um meinen Körper zu fühlen, mich sichtbar zu machen, griff ich zu orthodoxen, aber nicht lebensbedrohlichen Methoden. Billiger Rotwein und Fische im Aquarium. Eine Bühne und das Spotlight auf mich gerichtet. Den kleinen Fisch schluckte ich für einen 5 Minuten Applaus und Respekt. Ich war mir oft schnell über das Mass an Peinlichkeit bewusst, Schamgefühl und Würde machten mir dann meistens eine Szene. Mein Selbstwertgefühl streckte wieder mal den Finger auf mich und beschwerte sich. «Du machst es nur noch schlimmer»!

 

 Ich balancierte am Abgrund doch mogelte mich durch. Ich hab’ mich arrangiert - mal gegen den Strom, mal mit dem Strom. Meine Prinzipien passten sich dem Nutzen an und der war, wie schon erwähnt, auf Anerkennung, Liebe und Zugehörigkeit gerichtet.

 

Ich bin meinen Weg gegangen. Schlammig und steil. Nie geradeaus. Ich habe hart gearbeitet. Die Suche nach Persönlichkeit hat mich weitergebracht, an Ziele geführt und mir Vertrauen geschenkt. Nein.

 

Meine Verbündeten fand ich in Intuition und Unvernunft. Aus Angst vor falschen Entscheidungen hab’ ich ihnen die Führung erlaubt. Sie haben sich in unendlichen Diskussionsrunden über Konsequenzen, sichere Einkommen und gebrochene Herzen gestritten. Oft überraschte mich das Resultat.

 

Heute danke ich meiner Persönlichkeit. Ich strotze nicht vor Selbstbewusstsein. Anerkennung macht mich immer noch glücklich, aber das Rampenlicht brauch’ ich nicht mehr. Meine Persönlichkeit hat ihre eigenen Regeln aufgestellt. Sie tut nun, worauf sie Lust hat, und fragt bei Entscheidungen erst mal bei sich selbst nach.

 

Hätte Persönlichkeit einen Namen, dann würde sie LILI heissen. Und zwar in ganz grossen Buchstaben! Lili ist mein Patenkind oder auch «Gotte-Chind». Sie ist der Inbegriff von Persönlichkeit. Seit Geburt. Sie spaziert ihren eigenen Weg -von Anfang an. Sie lief nicht mit, sondern entgegen. Sie war Luzie «der Schrecken der Strasse». Ein bisschen Wicki und kleiner Prinz. Sie verkörperte die Kinderhelden in einer Person, unkonventionell. Kein Einhorn. Kein Pink. Die Jahre als Teenager meisterte sie auf ihre Art. Anders halt. «Eine will aussehen wie die andere, dazugehören, akzeptiert werden, geliked werden». Der einfachste Weg dorthin? So sein wie die anderen. Nicht für Lili. Sie ist jetzt 18 - autonom, frei, selbstentfaltet und WUNDERSCHÖN.

 

Gedanken, Ideen, Emotionen und Erlebnisse. Kreative Projekte oder persönliche Erfahrungen. Schreiben - darin finde ich die Verbindung zu mir, zu meiner Persönlichkeit. Schreiben stärkt mein Selbstbewusstsein, baut meinen Stress ab und entspannt. Es kann so vieles sein «Journaling» oder einfach Tagebuch. Zielorientiert oder reflektiert - alles ist der jeweiligen Lust überlassen.

 

Interessiert? Du möchtest ein Projekt starten, aber weisst nicht wie? Dann melde Dich und wir schreiben gemeinsam die ersten Zeilen.

 

Meine Persönlichkeit. Ich vertraue ihr. Ich vertraue, dass sie gut genug ist. Ich brauch’ den inneren Zweifler nicht mehr. 

 

Leben muss man heute. Nicht gestern. Nicht morgen.

(Loretta Young 1913-2000)

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